Samstag, 8. Juli 2017

Song des Tages: Eye of Chaos




(Once Human: "Eye of Chaos", aus dem Album "Evolution", 2017)

I fear, only in death
There will be freedom
From all warkind
May we all fall a victor

They named me a killer
I learned to walk
I learned the blade
To cut the soul from the soldier
Now is the time to test my faith

I of war
I of chaos
We of gods
Create the hell
Seek the cause
My eyes, they fail me

In my world blood is priceless
Life is worth more
When it's lifeless

Death comes closer
Apprehensive delay
Hands take over
You slip away

Colors of earth
have all faded away
All that I see
Is the pale of your face
Death calls, I answer
I see it through
The voices of reason
Were buried with you

I fear, only in death
There will be freedom
For all mankind
May you all rest in pieces

I carve the earth's gutters
All will submerge in crimson lakes
In the pools of my brothers
For blood is thinner
Than my blade

I of war
Liberated the eye of chaos
And devastated
We of gods
Create the hell
Pleas are lost
Your eyes, they fail you



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Anmerkung: Derweil in Hamburg, der freiheitlich-demokratischen Grundfeste des kapitalistischen Systems der verwesenden Friedensraute:


(Gewaltbereite, vermummte Chaoten: Der schwarze Block am 7. Juli 2017)

Kommentare:

Troptard hat gesagt…

"Anmerkung: Derweil in Hamburg, der freiheitlich-demokratischen Grundfeste des kapitalistischen Systems der verwesenden Friedensraute:

[Image]
(Gewaltbereite, vermummte Chaoten: Der schwarze Block am 7. Juli 2017)

Eingestellt von Charlie um 08:57 am 08.07.2017 "


Das wird umgangssprachlich auch wehrhafte Demokratie genannt. Es soll sogar einen demokratisch gewählten Politiker gegeben haben, der in seiner Begeisterung nicht an sich halten konnte und das als "Festival der Demokratie" bezeichnet hat.

Dabei kam mir eine tolle, sicher auch vermarktungsfähige Idee: Bei solchen Anlässen könnten, wie beim Karneval in Rio, an einer grossen Flaniermeile Tribünen aufgebaut werden, wo die politische Prominenz, Menschenrechts-Organisationen, Pressevertreter etc. Platz nehmen und dem "Festival der Demokratie" beiwohnen können.

Ich persönlich würde zunächst den kreativen Protest, von Theatergruppen, Verkleidungskünstlern, Plakatvorführungen passieren lassen.

Danach wären Sitzblockaden mit dem ersten Einsatz eingeübter Polizeikräfte dran und symbolische Verbrennungen von Plastikpuppen als Banker und sonstigem unliebsamen Personal der herrschenden Elite.

Den absoluten Höhepunkt sollte allerdings die Materialschau der demokratischen Einsatzkräfte gegen die Feinde der Demokratie, des freien Marktes und Profitstrebens sein (natürlich mit viel Einsatz von beiden Seiten: Panzerfahrzeugen Maschinengewehren Wasserwerfen, Tränengas, von Wurfgeschossen, Brandbeschleunigern, und Gas, also richtig mit kribbelnder Bürgerkriegsstimmung).

Aber wie im wirklichen Leben, muss es auch Opfer und Konsequenzen geben. Der Staat muss eindrucksvoll gezeigt haben, dass Widerstand gegen seine Interessen erfolglos ist und dass er notfalls bereit ist über seinen demokratischen Schatten zu springen und er nicht geschwächt, sondern erneut gestärkt aus der Niederlage einer widerständigen Restlinken hervorgegangen ist.

Meine sicherlich nicht massgebende Meinung! Wenn sich das politische Personal auf Protestformen so gut eingestellen kann und auch den Veranstaltungsort des G20-Gipfels wohl nicht ohne Hintergedanken so ausgewählt hat, dann stimmt etwas mit den Protestformen nicht mehr, dann sind diese leicht vorherseh-/einschätzbar und leicht zu intrumentalisieren.

LG Troptard

Arbo hat gesagt…

@ Charlie:

Eigentlich wollte ich bei mir nochwas zu Hamburg posten, will aber gerne mal Dein Bild zum Anlass für einen kurzen Einlass geben.

Ehrlich gesagt bin ich in den letzten Tagen mehr und mehr sprachlos. Auf dem ZDF gab's die Sendung "Dunja Hayali", wo gleichnamige Journalistin in Hamburg war und u.a. in der Roten Flora interviewte/filmte. Die gesamte Sendung war dann der Dreisprung "links, radikal = Gewalt" zu erleben. Kein Wort über verfassungsrechtliches Widerstandsrecht und was das umfassen darf (Art. 20 (3) GG). Kein Wort über Polizeigewalt und dass darüber noch nicht mal eine Statistik geführt wird. Kein Wort darüber, dass mit der jüngsten Strafverschärfung im Grunde jeder Mensch mit einem Fuß vor'm Gericht steht, wenn er oder sie irgendwie auch nur etwas "Widerständiges" auffährt. Kein Wort darüber, dass die Polizeit üblicherweise Anzeigen gegen Polizeigewalt mit Gegenanzeigen beantwortet. Kein Wort über den Verfassungsschutz, NSU usw.

Das war für mich der Punkt, der für mich den Boden des berühmten Fass ausschlug: Geladen war Emily Laquer von der interventionistischen Linken, die ich selbst nicht neher kenne, die dann auf jeden Fall von Dunja Hayali darauf angesprochen worden, dass sie vom Verfassungsschutz überwacht wird. Was damit suggeriert werden sollte, war ganz offensichtlich - die Dame ist linksradikal, also gewaltbereit; sie lehnt "den Kapitalismus ab" und offenbar mit so fragwürdiger Radikalität, die Gewalt einschließt, dass sie vom Verfassungsschutz überwacht werden muss. Hallo? Von diesen Typen? Who watches the watchmen? Ich meine, NSU? Mensch kann ja von Bodo Ramelow halten, was mensch will, aber das ist einer, den unsere Verfassungsschützer ja bekanntlich unrechtmäßig beobachtet haben. Dann fällt mir noch der Name Andrej Holm ein... Und Dunja Hayali will als "kritische Reporterin" gelten?

Der Lacher war dann, dass sie Otto Schily einlud. Obwohl "Lacher" ... der gab konservativen Schmonzes von sich (Lob für Polizei in Hamburg...)... und ja, Schily ist der, der sich für biometrische Dinges in Pass & Co. stark machte und sich nicht zu schade dafür war, nach seiner Amtszeit in den Vorstand von Unternehmen wie SAFE ID Solutions AG und Byometric Systems AG zu gehen.

Aber egal... was ich dann die letzten Tage an Bildern gesehen habe, war dann echt übel. Polizei, die unverhältnismäßig Wasserwerfer einsetzt und billigend in Kauf nimmt, auch Leute vom Hausdach zu spühlen usw. Zur Einschätzung siehe auch: http://www.taz.de/!5427952/

"Linke" Reporter, denen reihenweise die Akkreditierung entzogen wird...

Echt, ich frage mich, ob sich dagegen mal organisierter Widerstand regt. Wenn ich mir anschaue, wie Polizei hier vorgeht, bekomm' ich das kalte Kotzen. Hinter so mancher Sturmmaske scheint sich da klammheimlich kleinkariert-kleinbürgerliche Freude zu verberger, die Zivilcourage in Uniform jedenfalls ist soweit entfernt, wie sie sich auch in üblen deutschen Zeiten verflüchtigte...

Anonym hat gesagt…

Ich mag keine Songs wo Tod und Freiheit finden gleichgesetzt/als "Lebens"zweck verehrt werden,
sehe da keinen Unterschied zu sowas wie "Song of the Green Beret" Heroismus...

Charlie hat gesagt…

@ Anonym: Es ist Dir ja unbenommen, "solche Songs" nicht zu mögen. Allerdings wäre eine erneute Lektüre des Songtextes doch angebracht, denn Du hast ihn offensichtlich nicht ganz richtig verstanden. Oder ist es neuerdings doch schon eine "Gleichsetzung" oder gar "Verehrung", wenn man einen Satz mit den Worten beginnt: "Ich habe Angst davor, dass ..."?

Liebe Grüße!

Charlie hat gesagt…

@ Troptard: Was Du da so blumig und anschaulich beschrieben hast, ist doch genauso abgelaufen - wenn auch ohne direkte Tribünen: Heute läuft eben auch das digital und die Herrschaften wohnen dem Spektakel nicht mehr leibhaftig, sondern in streng gesicherter Umgebung bei Schampus und Lachsbrötchen vor großen Monitoren bei. Und nach dem Spektakel des "Festivals der Demokratie" haben sie sich sogleich in die Abendvergnügung gestürzt und nach einem weiteren fürstlichen Mahl sinnierend der "Ode an die Freude" gelauscht, während ein paar Kilometer entfernt der Staatsterror weiterhin Gewaltexzesse feierte. Besser und sinnstiftender kann man die freiheitliche Demokratie doch gar nicht mehr in Szene setzen! ;-)

Ich kann den ganzen Unrat nicht mehr anders als mit Zynismus kommentieren.

Liebe Grüße - und danke für die hübsche Beschreibung der Groteske! :-)

Charlie hat gesagt…

@ Arbo: Ich habe Dir drüben in Deinem Blog geantwortet. Der Vollständigkeit halber kopiere ich das hier hinein:

Exakt dasselbe frage ich mich schon seit längerer Zeit: Wie in Dreiteufelsnamen soll Widerstand denn aussehen, wenn inzwischen sogar alberne Streiks, Sitzblockaden oder auch nur ziviler Ungehorsam als "linksradikal" und damit - im Wortlaut der Kapitalisten und ihrer Schergen - auch gleich als "gewalttätig" verunglimpft werden?

Ich habe keine Antwort darauf gefunden. Nach meinen bisherigen Überlegungen - die ich keinesfalls als abschließendes "Resümee" betrachtet wissen möchte - gibt es schlichtweg keinen Weg mehr, um gewaltfreien und dennoch "irgendwie" wirksamen Widerstand zu leisten. Ich als Pazifist befinde mich damit in einem paradoxen Zustand, der mir nur noch wenige Alternativen offen lässt; und so schwanke ich immer wieder zwischen Resignation, distanziertem Zynismus, geistiger Flucht und bitterem Zorn. Das hilft niemandem - nicht einmal mir selbst.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, stehen wir somit gemeinsam vor einem großen, tanzenden Fragezeichen und können derweil nichts anderes tun, als dem Niedergang ohnmächtig zuzusehen und ihn gelegentlich - mehr oder minder deutlich, zynisch, satirisch, böse oder flüchtend - zu kommentieren.

Supermärkte zu plündern, Autos anzuzünden oder einen Stellvertreterkleinkrieg gegen nicht minder abhängige und dumm gehaltene Staatsschergen sowie deren verdeckte Provokateure zu führen, ist jedenfalls nicht die Antwort, die mir hier weiterhilft. Die asoziale, menschenfeindliche Politik, die systemkonforme Presse und natürlich die wenigen Nutznießer dieses mörderischen Systems gehören in den Mittelpunkt der Kritik - daran hat sich nichts geändert. Warum schmeißt denn niocht endlich mal jemand der Merkel, der Mohn, der Klatten oder dem Schwarz eine Torte ins Gesicht? Das wäre ein weitaus deutlicheres - wenn auch ebenfalls völlig nutzloses - Zeichen.

"Nutzlos" wird wohl das tragende Wort dieser kommenden Jahrzehnte werden, wenn es um Widerstand gegen die kapitalistischen Zerstörungen, die letztlich immer im Faschismus enden müssen, geht. Die Bande setzt ihren Katastrophenkurs unbeirrt fort und lässt weiterhin das infantile Märchen vom Paradies, in dem wir uns befänden, verkünden.

Falls Du - oder sonst irgendjemand - einen Ausweg aus diesem dystopischen Dilemma kennst, wäre ich unter den ersten, die ihn begierig aufnähmen. Ich entnehme Deinem Text, dass Du leider ebenso ratlos bist wie ich, oder?

Liebe Grüße!

Arbo hat gesagt…

@Charlie:

Ratlos ja - und zornig, irgendwie. Hab' Dir 'drüben' geantwortet. Aber kein großer Dissens. ;-)

LG
Arbo

jakebaby hat gesagt…

"Die Bilder aus Hamburg sind erschütternd. "Das ist sinnlose, widerwärtige Gewalt. An den Krawallen seien nicht nur Chaoten aus Deutschland beteiligt gewesen. "Das waren organisierte Gewalttäter aus ganz Europa. Die Gewalt hat eine völlig neue Dimension. Wir haben es hier mit Mordbrennern zu tun - mit Gewalttätern, die Mordversuche vorbereiteten und brandschatzend durch die Straßen zogen. Die Verantwortlichen müssten mit der ganzen Härte des Rechtsstaats verfolgt und bestraft werden." [….]

"Es habe eine "Orgie an Brutalität" gegeben. Die unfassbare Gewalt dürfe nicht ohne Konsequenzen bleiben.
Den Tätern "aus allen Teilen Europas" sei es nur "um Gewalt an sich" gegangen. Sie unterschieden sich "überhaupt nicht von Neonazis und deren Brandanschlägen". Mit angeblich linken Motiven habe das nichts zu tun. Er forderte eine europaweite Zusammenarbeit bei der Fahndung nach den Straftätern. Dafür müssten "alle möglichen rechtsstaatlichen Mittel eingesetzt werden". "Der demokratische Rechtsstaat muss jetzt seine Wehrhaftigkeit beweisen." […..]

Genau, diese verdammt radikalrechten Linksradikalen!

Aus welch brauenlicher Ecke kommen wohl solch Blubbereien?

Gruss
Jake

jakebaby hat gesagt…

"[…..] „Fast 1000-mal wurden im vergangenen Jahr in Deutschland Flüchtlingsunterkünfte attackiert. Dazu hat es laut Bundesinnenministerium mehr als 2500 Angriffe auf Flüchtlinge gegeben.
2016 hat es in Deutschland mehr als 3500 Angriffe auf Flüchtlinge und Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Dabei wurden 560 Menschen verletzt, unter ihnen 43 Kinder, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe am Sonntag unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage berichtet.
Demnach wurden 2545 Angriffe auf Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkünfte gezählt. Hinzu kamen 988 Angriffe auf Flüchtlingsheime - das waren nur geringfügig weniger als im Vorjahr mit 1031 Angriffen. Zudem wurden 217-mal Hilfsorganisationen oder freiwillige Asyl-Helfer attackiert.
"Das sind nahezu zehn Taten am Tag" ....

Dabei handelt es sich natuerlich nicht um den wunderschoen demokratischen Rechtsstaat Deutschland. Der haette doch gegen diese kackbraunen Verbrechen sicherlich heftigst empoert reagiert und seine Wehrhaftigkeit unter Einsatz aller möglichen rechtsstaatlichen Mittel unter Beweis gestellt.

Dschland der Dichter und Denker "Ich sitz auf dem Klo und steck mir den Finger in den ... Arsch"
Reimen tuts nicht, aber dichten tuts. ..

Quotes from http://tammox2.blogspot.com/2017/07/wer-ist-er-harteste-hund.html