Mittwoch, 11. Oktober 2017

Die Reichen und die Superreichen


Ein Gastbeitrag des Altautonomen

Wer am letzten Samstag, d. 07.10.2017, Lotto gespielt und sechs Richtige mit Superzahl hatte, konnte einen Gewinn in Höhe von 8,5 Millionen Euro einstreichen, sofern der Betrag nicht mit anderen Teilnehmern der Lotterie geteilt werden musste. Aus Jux habe ich früher mal mit meiner Freundin darüber spekuliert, was man mit so viel Geld anstellen könnte, denn die Verantwortung für eine so große Summe ist enorm.

Zwei Millionen Euro gingen sofort an eine Hilfsorganisation, die in Entwicklungsländern aktiv ist. Für meine Freundin wäre dies zudem die Möglichkeit, sofort mit der Erwerbsarbeit aufzuhören, die dann schlicht nicht mehr notwendig wäre. Ein schönes Haus kaufen (nicht bauen) und eventuell noch ein robustes Auto (kein SUV). Dann würde die Verwandschaft mit üppigen Beträgen ausgestattet. Das wäre es dann auch schon.

Fast doppelt so viel bekommen allerdings einige deutsche Profifußballer – und das nicht einmalig, sondern pro Jahr: Die Herren Thomas Müller, Robert Lewandowski und Manuel Neuer (alle Bayern München) erhalten für ihr Gekicke jeweils 15 Millionen Euro jährlich.

Nur mal so zur Veranschaulichung für Klein-Erna von den "Anonymen BWL-Abstinenzlern": Drei Millionen Euro hätten in 100-Euro-Scheinen ein Gewicht von 30 kg, 15 Millionen würden bereits 153 kg wiegen. Ohne SUV gibt es bei der Barauszahlung Probleme. Für 100 Millionen (0,1 Milliarden) bedarf es schon eines Tiefladers für das Gewicht von 1020 kg (1,02 t).

Zweifelsfrei zählen Menschen, die über mehrere Millionen Euro verfügen, zu den Reichen. Aber es gibt noch eine höhere Liga, nämlich die Superreichen. Das Manager Magazin (Sonderheft 10/2017, leider nicht online verfügbar) schreibt, dass sich die Zahl deutscher Milliardäre von 2009 bis heute von 99 auf 187 vergrößert hat. Selbstverständlich nur durch "harte Arbeit" (Schulz). Eine Milliarde, das sind 1.000 Millionen. In der Aufzählung werden auch diejenigen genannt, die ein beträchtliches Vermögen (inklusive Immobilien, Privatjets, Luxusjachten etc.) unterhalb der Milliardengrenze besitzen. An letzter Stelle – auf Platz 1.001 – liegt Thomas Gottschalk mit 90 Millionen Euro. [Anm.v.Charlie: Letzteres wird insbesondere all die Menschen sehr erfreuen, bei denen der "Gebührenservice" der öffentlich-rechtlichen Sender die Zwangsvollstreckung betreibt – und das werden immer mehr.]

Die Familie Quandt/Klatten (BMW) wurde mit 31,5 Milliarden auf Platz 2 verdrängt. Platz 3 belegt Dieter Schwarz (Lidl, Kaufland) mit 22 Milliarden. Die Familien der Gebrüder Albrecht (ALDI Nord und Süd) liegen auf den Rängen 5 und 6 mit 21,5 und 18 Milliarden Euro. Es folgt eine von mir willkürlich gelistete Auswahl:

  • Familie August von Fink (Mövenpick, Degussa): 5,4 Milliarden
  • Familie Günter Fielmann (Brillen): 4,5 Milliarden
  • Familie Heinrich Deichmann (Schuhe): 4,4 Milliarden
  • Familie Haub (Tengelmann-Gruppe): 4,2 Milliarden
  • Familien Werner und Lehmann (dm-Drogeriemärkte): 3,7 Milliarden
  • Familie Mohn (Bertelsmann): 3,2 Milliarden
  • Theo Müller (Müller-Milch): 3 Milliarden
  • Erich und Helga Kellerhals (Saturn, Media-Markt): 3 Milliarden
  • Bernard G. Brodermann (Asklepios-Kliniken): 2,5 Milliarden
  • Familie Mittelstein-Scheid (Vorwerk Staubsauger und Haushaltsgeräte): 2,5 Milliarden
  • Familie Schadeberg (Krombacher-Brauerei): 2,1 Milliarden
  • Michael und Reiner Schmidt-Ruthenbeck (Metro-Kette): 1,8 Milliarden
  • Clemens, Maximilian und Robert Tönnies (Fleischverarbeitung): zweimal 1,3 Milliarden
  • Florian Rehm, Christina Flügel, Andreas Kreuter (Jägermeister): 1,2 Milliarden

In der 2. Liga – also unterhalb der Milliardengrenze – lese ich dann Namen wie Dieter Bohlen, Phillip Lahm, Dirk Nowitzki, Sebastian Vettel, Michael Schumacher, Til Schweiger, Carsten Maschmeyer, Susanne Veltins (Bier), Familie Heinz Gries (de Beukelaer), Werner Brombach (Erdinger-Brauerei), Christian Rauffuss (Rügenwalder), Rubin Ritter (Zalando) und Steffi Graf, die allesamt jeweils ein Vermögen in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages besitzen.

Auffällig ist, dass mit den Namen oftmals keine Verbindung zu den Produkt-Labels hergestellt werden kann – nur in wenigen Fällen ist der Familienname mit dem des Produkts identisch. Die Liste ist nebenbei auch ein Dokument dafür, dass viele dieser Herrschaften mit Genuss- und Lebensmitteln den ganz großen Reibach machen. [Anm.v.Charlie: Des weiteren ist die Häufung von Namen in jener "2. Liga" bemerkenswert, die aus dem Spocht- und flachesten Unterhaltungs-Segment stammen.]

Weshalb diese elitäre Blase des Klassenfeindes vermutlich jede Menge Lobbyisten am Start hat, um zu verhindern, dass die Erbschaftssteuer zu ihren Lasten reformiert oder eine Vermögenssteuer eingeführt wird, dürfte einleuchten.

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Preis Nebensache


"Kaufen wir! Mein Mann hat Daimler-Aktien – der wird das Kind schon schaukeln."

(Zeichnung von Otto Lendecke [1886-1918], in "Simplicissimus", Heft 01 vom 02.04.1918)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

InfoDank, Altautonomer, für die Erinnerung an die da ganz oben (lt. Manager Magazin).

Kurz nur eine Korrektur und´n paar Gedankensplitter:

-Ex-BKK und noch erster Spitzensozi Schulz-Würselen meinte nur die "hart arbeitende Mitte" der Busfahrer und Krankenschwestern, die er für "Mittelstand" hält
-Der Blick nach oben, Jahrzehnte seit C.Wright Mills "Power Elite" fachsoziologisch vernachlässigt, ist nun auch der ganzdt. Spitzenpolitik nicht fremd: Armuts- und Reichstumsberichte gibt´s heuer jährlich
-Schon die 2. Milliardärsliga besteht teilweise aus Lumpenmilliardären, für die im besonderen Maße gilt: Große Fallhöhe;-)
-Wie die Zeiten sich wandeln und auch die Welt der Milliardäre aus den Fugen geraten ist: Der Göttinger Gelehrte Lichtenberg meinte noch Ende des 18. Jahrhunderts: Wenn einer mal seine hunderttausend Thälerchen verdient hat ist es leicht, als ehrlicher Mann durch die Welt zu kommen ... wohingegen als marxistische Faustformel heute immer noch als Kritik des Prinzips Kapitalismus gilt: Je größer die Großvermögen, desto gewaltiger das Verbrechen, welches sie hervorbrachte (s. Myers, History of the Great American Furtunes).

Gruß, Richard Albrecht

altautonomer hat gesagt…

Da lese ich doch gerade, dass in Norwegen die Bezahlung von Profifussballerinnen der der Männer angepasst wurde. Das könnte mann ja unter Gleichberechtigung als positive Meldung verbuchen. Dem ist aber nicht so. Diese Form der Gleichberechtigung ist eine kapitalistische, ähnlich der Forderung nach Geschlechterparität in deutschen Aufsichtsräten.

https://tinyurl.com/ybqdjpxh

Die Spielerinnen bekommen nämlich 640.000 Euro pro Jahr, wenn sie im Nationaltrikot auftreten. Die Einkommenssteuer läge bei nur 13.000 Euro, die Sozialabgaben bei 52.000 Euro p.a. (Renten sind dort steuerfinanziert). Frauen, die ihr Hobby, ihre Leidenschaft und ihr Talent zum Beruf machen können, leben schon allein deshalb privilegiert. Nachteil: Diese Art des Berufslebens ist nur von kurzer Dauer.

schadensmeldung hat gesagt…

Volker (Zwangsverarmter): 10.328 EUR/jährlich.

Dennoch möchte ich nicht meckern, zahle immerhin keine Einkommens- oder Vermögenssteuer. Mein versteckter Pflichtanteil wurde mir schon bei der überzogenen Existenzberechnung abgezogen, da bleibt sogar für die Mehrwertsteuer noch genug übrig. Trage somit die Verantwortung für das Wohlergehen stammbaumgeförderten Reichtums auf der Armutsschulter.
Wenn's mal klemmt, schreibe ich einen Bettelbrief an die verwaltende Armutsbehörde und verschulde mich für zwei Atmutsjahre neu. Vorausgesetzt, dass mein Kreditwunsch als wichtig wahrgenommen- und gnädigst besiegelt wird.

Ich sollte mich auf das Schreiben rührender Bettelbriefe konzentrieren –
Gruß Volker

Charlie hat gesagt…

Ich eröffne mal eine Milchmädchenrechnung, die den Irrsinn wunderbar illustriert: Wenn der Aldi-Konzern (Nord und Süd) sämtlichen in Deutschland beschäftigten Sklaven (das sind laut Statistischem Bundesamt etwa 55.000 Menschen) auch "nur" pauschal 500 Euro mehr im Monat bezahlen würde (was im "Einzelhandel" einer sozialistischen Revolution gleichkäme), schmälerte sich das (geschätzte, also wahrscheinlich wesentlich größere) Vermögen der Albrechts von jetzt 39,5 Milliarden Euro um läppische 27,5 Millionen Euro, so dass nach einem Jahr noch immer 39,47 Milliarden für die Familie übrigblieben, während den Beschäftigten die größten materiellen Sorgen genommen wären und die staatlichen Sozialkassen ebenso profitierten.

Man muss sich diese absurden, völlig grotesken Zahlen stets vor Augen führen, um zu verstehen, mit was für einem perversen System wir es hier zu tun haben. Aber die kapitalistische Bande (von AfD/CSU bis SPD/Linkspartei) denkt nicht im Traum daran, dieses System in Frage zu stellen. Der Irrsinn schreit, krakeelt und kreischt in lautesten Tönen und tanzt für jeden klar erkennbar im Garten der Psychiatrie - und dennoch machen alle einfach weiter, so als sähen sie nichts. Stattdessen rufen sie allesamt (Politik, Medien und große Teile der Bevölkerung): "Haltet den Dieb!" und deuten auf Flüchtlinge, Arme, Arbeitslose, Kranke und Rentner. Wenn das mal nicht kafkaesk ist, weiß ich auch nicht mehr weiter.

In finsteren Zeiten wie diesen ist es wohl angebracht, früh zu sterben.

Liebe Grüße!

Troptard hat gesagt…

Hallo altautonomer,

ich muss Dich sicher nicht darauf hinweisen, dass die Anhäufung von Vermögen eine gewollte Konsequenz aus den unterschiedlichen Einkommensquellen in kapitalistischen Gesellschaften ist.
Mein Vater hatte immer den Spruch für mich drauf: "Von Arbeit wirst Du nicht reich."(Nicht nur wegen dieser Phrase habe ich mich nie nach Lohnarbeit gedrängelt oder bin für das "Recht auf Arbeit" mitmarschiert.)

Das war unter Linken mal ein sehr beliebtes Thama, weil es in der DDR keine Arbeitslosigkeit gegeben hat und dort alle fröhlich schuften durften.

Was mir an Deinem Beitrag nicht ganz klar wird: Was ist der tiefere Sinn dahinter?
Ich kann mir nich vorstellen, dass es Dir darum geht, Personen wegen ihres Vermögens zu denunzieren.
Ich persönlich habe da gerade Angst, dass das in ein rechtes Fahrwasser gerät (sh. veröffentlichte Listen der Nazis über Vermögen und Einkommen von Privatpersonen und Kapitalisten).

Soll er darauf hinweisen, dass es Aufgabe der Politik wäre, über seine Steuerhoheit eine Lastenausgleich herbeizuführen? Das wäre sehr wünschenswert, halte ich aber für vollkommen illusorisch. Dass die Politik den Laden noch einigermassen zusammenhält, wo die Fliegkräfte der Krisendynamik immer weiter auseinander treiben, darüber bin ich persönlich noch mehr als erstaunt.

So wie es aussieht, sind alle alten Politik- und Krisenrezepte, die auch ich mal im Hinterstübchen hatte nur noch für den Müll.

Liebe Grüsse!


Troptard hat gesagt…

@ Charlie,

eine eindrucksvolle Rechnung, in der Tat.

Was mir nur nicht ganz klar ist, woraus besteht das Vermögen dieser Aldis und den Anderen. Ist dass reines Privatvermögen und wenn, wie ist es zusammengesetzt, dieses Vermögen: Besteht es aus Bargeld auf innternationalen Konten verteilt, aus Aktienpaketen, Immobilien, Inseln, Yachten,
sind das PKw's oder Betriebsvermögen, überall verteilt und dem nationalen, staatlichen Zugriff kaum zugänglich ?

Solche Zahlenbeispiele sind sicherlich interessant, aber unsere Kapitalisten sind doch nicht blöd, dass sie ihr Vermögen in Geld bei der deutschen Sparkasse horten.

Wer ist schon so blöd und macht das, was jeder ehrliche Kapitalist macht: Er versteckt sein Vermögen vor dem Zugriff von Steuerbehörden.

Was mache ich als unehrlicher Rentner und Betrüger, ich habe eine Notreserve auf meinem Konto, und bekomme die mageren Zinsen sogleich in der Steuererklärung als Kapitaleinnahme ausgedruckt serviert. Kein entrinnen für mich.







epikur hat gesagt…

"Ist das hier wieder so ne' Neiddebate? Ach kommt, Ihr seid doch alle nur neidisch! Ihr wärt doch ganz genauso drauf, wenn Ihr die Kohle hättet!"

So argumentieren viele, die ich kenne. Schlimm sind eben nicht nur die Superreichen, die durch Raub, Skrupellosigkeit und Empathielosigkeit zu finanziellen Reichtum gelangt sind, sondern auch, dass diese Leute für sehr viele Menschen schlicht Vorbilder sind.

Troptard hat gesagt…

epikur hat gesagt

"Ist das hier wieder so ne' Neiddebate? Ach kommt, Ihr seid doch alle nur neidisch! Ihr wärt doch ganz genauso drauf, wenn Ihr die Kohle hättet!"

Hallo epikur,
für mich ist das schon eine Art von Gespenster-Disskussion. Was soll daraus positiv entstehen, wenn ich mich über die Vermögen von Kapitalisten auslasse, die doch durch meine Lohnarbeit erst zu ihrem Vermögen gekommen sind.

Stelle ich mich dann hin und jammere permanent herum, dass der Kapitalist durch meine Arbeit Vermögen angehäuft hat. So weit sind wir doch inzwischen zu wissen, dass das genau das Ziel ist und nicht etwas, was die verarmte linke Seele nun ständig bejammern muss.

Auch den ollen Rauschebart haben diese permanenten Einlassungen über Ausbeutung und Bereicherung genervt und versucht klarzustellen, dass in einer warenproduzierenden Gesellschaft auch die Arbeitskraft nur eine Ware ist und eben nur nach ihrem Marktpreis bezahlt wird.

Was folgte für ihn letztendlich daraus? Abschaffung der Lohnarbeit und nicht die sozialdemokratische Formel: Weiter so wie bisher und guten Lohn für gute Arbeit.

altautonomer hat gesagt…

Troptard: Hier werden Sie geholfen und finden Antworten auf die Frage nach der Art der Vermögen:

http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/die-reichsten-deutschen-2017-18-neue-milliardaere-a-1171164.html

Den Impuls zu diesem Text hat mir die Glosse gegeben, die Richard Albrecht bei Klaus Baum veröffentlicht hat.
https://klausbaum.wordpress.com/2017/10/02/apanage-als-soziales-verhaeltnis/

Gerhard Schröder gehört nach meinen Einschätzungen mit seiner als Eherensold bezeichnete Apanage von über 1.500 Euro täglich zu den Reichen. Über derartige Beträge haben die superreichen Milliardäre nur ein verächtlich müdes Lächeln übrig.

Charlie hat gesagt…

@ Troptard: Ich muss zugeben, dass ich inzwischen auch mit Deinen Kommentaren teilweise hadere. Erst wirfst Du mir vor, dass ich solche Gestalten wie Lapuente und Faulfuß satirisch kritisiere, was ich nicht im Ansatz nachvollziehen kann, und nun legst Du noch eine Nazi-Keule nach und unterstellst dem Altautonomen, "Personen" aufgrund "ihres Vermögens" zu "denunzieren".

So geht das nicht - wir sind hier schließlich nicht beim Dummerich. Milliardäre sind im Kapitalismus immer Kriminelle, die nicht aus "eigener Leistung", sondern durch die schamlose Ausbeutung anderer zu ihrem obszönen Reichtum gelangt sind - und da deren Namen sonst fast nie in der Öffentlichkeit auftauchen, ist es geradezu eine Pflicht, das einmal dick zu unterstreichen, wenn es denn doch einmal geschieht. Die Liste, die Du missbilligst, stammt schließlich nicht vom Altautonomen, sondern vom Manager-Magazin - und dort hat man sie gewiss nicht veröffentlicht, um die betreffenden Herr- und Frauschaften an einen Pranger zu stellen. Ganz im Gegenteil. So völlig absurd ist diese Welt leider.

Es bleibt das Fazit: Nahezu sämtliche materielle Not auf diesem Planeten (nicht bloß in Deutschland) ließe sich von jetzt auf gleich abschaffen, wenn es nicht den Kapitalismus und die damit verbundene Konzentration von extremem Reichtum bei einigen wenigen Personen gäbe. Niemand müsste hungern, niemand müsste sich mit GerichtsvollzieherInnen herumschlagen, niemand müsste sorgenvoll in die Zukunft sehen. Die Habgier ist die teuflische Geißel, die das alles verursacht. Es ist dabei unerheblich, dass auch viele Arme habgierig sind bzw. zwingend sein müssen, um in diesem System zu überleben. Die Nutznießer des kapitalistischen Systems, die in der obigen Liste der Superreichen ausschnitthaft aufgeführt werden, sind anzuklagen und gehören vor ein unabhängiges, leider nicht existentes Gericht. Und das darf man nicht nur öffentlich verlautbaren - man muss das sogar tun.

Liebe Grüße!

Troptard hat gesagt…

@ Charlie,
ich finde das vollkommen normal, wenn Du meinen Beiträgen nicht immer zustimmen kannst.
Auch für mich gilt das selbstverständlich ebenso. Was für eine Langeweile würde wohl eintreten, wenn wir immer der gleichen Meinung wären.

"Die Habgier ist die teuflische Geißel, die das alles verursacht."

Genau an diesem Punkt kommen wir allerdings nicht zusammen. Man kann die gesellschaftliche Reproduktion der Lohnarbeit und des Kapitals, durchaus aus verschiedenen Perspektiven einnehmen.

Als Reproduktionsprozess einer Gesellschaft, der durch die abstrakte Formel G-W-G' determiniert ist und durch die gegenseitige Konkurrenz von Kapital und Ware Arbeitskraft unendlich befeuert wird oder nur als charakterliche Schwäche, der Gier von bestimmten Akteuren in diesem Prozess.

Ich würde es allerdings sehr bedauerlich finden, wenn gerade auf Deiner doch bisher sehr differenzierten Seite, die analytische Genauigkeit abhanden kommen würde.

P.S. Wenn Du genau gelesen hast, dann habe ich dem altautonomen keine Nähe zu den Nazis unterstellt, sondern nur darauf aufmerksam gemacht, dass ich in der Auflistung von Vermögenden und diese in der Öffentlichkeit preiszugeben eine bedenkliche Nähe dazu sehen würde.

Falls Du mit meinen Einlassungen hadern solltest und auch mit meiner unterschiedliche Auffassung über den Umgang mit Andersdenkenden, dann teile es mir bitte mit, gerne auch auf meiner E-mail.

Wundere mich gerade nicht darüber, wie der flatter den Andy Bonetti aus seinem Blog herauskegelt. Die sog. Linke verwurschtet sich immer mehr.

Anonym hat gesagt…

"Wundere mich gerade nicht darüber, wie der flatter den Andy Bonetti aus seinem Blog herauskegelt."
Eine eindrucksvolle, immer wiederkehrende Darstellung.
Dies noch: Der Altautonome war schon immer ein Denunziant.

altautonomer hat gesagt…

Charlie: Lass die Kommentare der Kapitalistenversteher ruhig hier stehen. Irgendwo muss wohl mal wieder eine Klapsmühle undicht geworden sein.

André hat gesagt…

Was mich an Debatten zum Thema Kapitalismus immer besonders belustigt, ist das gnadenlose gegenseitige Zerfleischen der ach so linken Diskussionsteilnehmer. Egal ob beim Duke, Duderich oder Charlie.
Besser könnte man nicht vor der 'Überwindung des Kapitalismus' warnen...

#Popcorn

àltautonomer hat gesagt…

Ich denunziere dann gerne noch einmal, weils so schön ist:

Transparenz-Datenbank (im Interesse der Patienten)
"Nur jeder vierte Arzt legt Pharmazahlungen offen.
2016 hat die Pharmaindustrie 562 Millionen Euro an Mediziner und Kliniken gezahlt - nur ein Viertel aller Ärzte weist solche Einnahmen offen aus. Suchen Sie Ihren Arzt in der Datenbank von SPIEGEL ONLINE und "Correctiv"."

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/pharmazahlungen-an-aerzte-nur-jeder-vierte-mediziner-veroeffentlicht-einnahmen-a-1157419.html

In der Mitte des Artikel befindet sich eine Deutschlandkarte mit roten Punkten. Einfach die Postleitzahl eingeben und den Arzt "seine Vertrauens" finden.

altautonomer hat gesagt…

Da ich gerade einen guten Lauf habe, noch ein Nachtrag.

Gegen die beiden Kirchen sind Quandt, Klatten, Fielmenn, Deichmann und Co. arme Schlucker:
"Carsten Frerk hat versucht, den Besitz der beiden großen Kirchen zu schätzen. Der Politologe kommt auf 435 Milliarden Euro – 150 Milliarden in Geld und Aktien, 220 Milliarden in Immobilien (ohne Kirchen) und 65 Milliarden in Stiftungen und anderen Vermögenstiteln."

http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/wie-viel-geld-besitzen-die-kirchen-das-kreuz-mit-den-milliarden/8960364.html

Frage. Wie kommt der Hunger in die Welt und warum wird er nicht bekämpft, obwohl sofort die Möglichkeiten dazu vorhanden wären? Das nennt man strukturelle Gewalt.

André hat gesagt…

Der altautonome Hütchenspieler würde selbst bei einem Laubbaum noch "strukturelle Gewalt" finden. Irgendwo. Bestimmt.
Wie viele Milliarden hat eigentlich der bei vielen Linksextremen so beliebte Putin...?

André hat gesagt…

He, Altautonomer, bring doch noch einmal Deinen Textbaustein mit den "manikürten Händen", wenn Du mal wieder von "struktureller Gewalt" faselst.
Mir ist gerade danach...

André hat gesagt…

He, Altautonomer, Du möchtest doch so gerne mit Jemandem "intellektuell duellieren"
(hier: http://narrenschiffsbruecke.blogspot.ch/2017/10/hinweis-zur-linkliste-aussortierte.html?showComment=1506927224630#c6970987639052371646)

Wie wär's mit mir?
Aber mit offenem Visier, also mit Klarnamen und Adresse?
Einverstanden?

altautonomer hat gesagt…

Da hab ich von zertretenen Erdnüssen schon intelligentere Statements lesen dürfen, als von Dir.

Charlie hat gesagt…

@ Altauto: Was erwartest Du denn bitte von einem "Herrn Karl" alias "André" - doch nicht etwa irgendwelche auch nur rudimentär sinnvollen Bemerkungen zum Thema, hoffe ich? ;-) Die Zeit, sich damit zu befassen, ist doch viel zu kostbar - man sollte sie besser beispielsweise damit verbringen, während der täglichen Darmentleerung auf dem Klo die BLÖD-"Zeitung" zu lesen (damit es schneller geht und besser flutscht) und das Blatt danach seiner originären Bestimmung als Klopapier zuzuführen. Das wäre in jedem Fall ein sinnvollerer Zeitvertreib.

Weitere Spambotschaften dieses Irren aus der Schweiz werde ich weiterhin löschen - das gebietet die Hygieneverordnung zur geistigen Gesundheit der humanistischen Internationale. (Und ich bin sicher, dass diese jämmerliche Gestalt auch diesen kleinen Witz nicht verstehen kann.) ;-)

Inzwischen glaube ich ja fast, dass "André" und der "Dummerich" ein und dieselbe Person sind - in Sachen radebrechender Schreibversuche und völliger Inhaltsleere tun sie sich jedenfalls nichts. So etwas Absurdes kann es doch nicht zweifach geben ... oder doch? :D

Liebe Grüße!

Charlie hat gesagt…

@ Troptard: Es versteht sich doch von selbst, dass in einem Blogposting - und erst recht in einem Kommentar dazu - keine feinen, ausgefeilten Analysen geboten werden können. Das erwarte ich weder von Dir, noch von sonst jemandem (einschließlich mir selber). Der Begriff der "Habgier" ist dafür ein schönes Beispiel, denn anders als Du das aufgefasst zu haben scheinst, meine ich damit keineswegs eine rein individuelle "charakterliche Schwäche", sondern ein systemimmanentes, nicht veränderbares Merkmal des Kapitalismus. Das habe ich durch die Formulierung auszudrücken versucht: "Es ist dabei unerheblich, dass auch viele Arme habgierig sind bzw. zwingend sein müssen, um in diesem System zu überleben."

Natürlich ist das alles äußerst verkürzt, gar verstümmelt benannt - anders geht es in diesem Blog-Rahmen aber doch gar nicht, wenn man nicht täglich stundenlang am Rechner sitzt. Ich bitte schon darum, genau zu lesen. Dadurch lassen sich schon viele Missverständnisse vermeiden.

Andy Bonetti, der mich ja ohne Angabe von Gründen total doof findet, ist mit flatters gewohnt undiplomatischer Kritik übrigens sehr souverän und vorbildlich umgegangen. Daraus kann man (und damit meine ich uns alle) eine Menge lernen - da kann ich nur meinen nicht vorhandenen Hut vor dem Schweppenhausener ziehen. Gerade zum dortigen Thema "Katalonien" ist es nicht so leicht, sich eine fundierte Meinung zu bilden - ich weiß selber auch nicht, ob ich die autoritäre spanische Regierung oder die nationalistischen katalanischen Tendenzen ekeliger finden soll, zumal es dazu auch kaum sinnvolle, belastbare Informationen gibt. Ich weiß nur, dass selbstverständlich Lapuente dazu wieder einmal - aus meiner Sicht - den dümmstmöglichen Text abgeliefert hat (den ich hier nicht verlinke). Wen wundert's.

Aber zurück zum Thema: Ich möchte gerne verstehen können, weshalb Du die Veröffentlichung der Namen von Superreichen - die, wie gesagt, nicht vom Altautonomen, sondern in diesem Falle von der Redaktion des "Manager-Magazins" stammt, so kritisch siehst. Vielleicht kannst Du mir da ja weiterhelfen?

Liebe Grüße!

altautonomer hat gesagt…

Mir gefällt das aber jetzt gar nicht, wie hier diskutiert wird. Ich bin überzeugt, dass die interessierte Öffentlichkeit einen Anspruch darauf hat, zu erfahren,

- welche Ärzte korrupt sind (sihe oben den LINK), wie wenige davon freiwillig Auskünfte über Zuwendungen der Pharmaindustrie geben,

- wer die Superreichen in diesem Land sind, deren Namen nicht in Verbindung zum Marktprodukt gebracht werden können, und wie gigantisch ihr Vermögen ist

- was Bundestagsabgeordnete nebenbei an Einnahmen erzielen,

- wieviel Nazis unter Namensnennung nach dem Krieg nicht nur in der CDU sondern auch in der SPD Unterschlupf fanden

um nur einige Kriterien zu nennen.

Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Informationen aus einem Magazin stammen, aus wikipedia (allerdings mit Vorbehalt), oder selbst recherchiert wurden. Insofern wäre es für mich auch dann kein "Anprangern", wenn ich die Informationen selbst ermittelt hätte, wozu mir aber die Mittel und die Zeit fehlten. Sollte es sich -wofür mir immer noch die moralische Begründung fehlt- um einen Pranger handeln, dann träfe es sowohl auf das manager magazin, als auch auf mich als den Kolpoteur zu.

Troptard: "Wenn Du genau gelesen hast, dann habe ich dem altautonomen keine Nähe zu den Nazis unterstellt, sondern nur darauf aufmerksam gemacht, dass ich in der Auflistung von Vermögenden und diese in der Öffentlichkeit preiszugeben eine bedenkliche Nähe dazu sehen würde."

Nein Troptard. Eine bedenkliche Nähe zu den Nazis solltest Du eher mit Namen wie Degussa, BMW, Bertelsmann, IG Farben, Krupp, VW, Audi, IBM, Pianofabrik Bechstein, Flick und die Deutsche Bank, Bayer, BASF und Hugo Boss verbinden, die Hitler unterstützt bzw. von den Nazis und dem Holocaust profitiert haben.

Mit dem Pranger-Argument rücken auch die Autoren Günter Wallraff und Bernd Engelmann mit ihrem bereits 1973 erschienenen Buch "Ihr da oben, wir da unten" in die gefährliche Nähe von Nazis.

Wenn dazu noch unter den Begriff Pranger die Unterdrückung der Namen von Top-Managern fallen, die Abfindungen in Mio.-Höhe bekommen, weil sie Unternahmen gegen die Wand gefahren haben, landen wir direkt bei Uli Hoeness, der exempalrisch für die übrige Geldmafia zur Rechenschaft gezogen wurde.

(Welch ein Niveau!!!)

Troptard hat gesagt…

@ altautonomer,

Entschuldigung! Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass Du die Richtung einer Diskussion in Deinem Sinne beeinflussen willst. Oder wie meinst Du das "Mir gefällt dass aber jetzt gar nicht, wie hier diekutiert wird."?

Für mich würde eine Diskussion allerdings erst dann beginnen, wenn die Kritik am Kapitalismus die unter Linken so häufig beliebte Ebene von persönlicher Bereicherung und Korruption seiner Charaktermasken verlassen und sich damit beschäftigen würde, warum es offensichtlich grossen Mehrheiten in westlichen Ländern so ziemlich am Arsch vorbeigeht wie korrupt und reich ihre demokratisch gewählten Volksvertreter sind.

Für mich zumindest ziemlich offensichtlich, dass die bisherigen Erklärungen von links die Entwicklung des Kapitalismus und seine Akzeptanz in der Bevölkerung nicht mehr adäquat abbilden können.

Nur als Beispiel: Wie erklärt es sich z.B., dass im westlichen Kapitalismus, das, was als gesellschaftlicher Kitt, als Voraussetzung zur Befriedung seiner Lohnarbeit mal unbedingte Voraussetzung war, ein funktionierender Sozialstaat, immer weiter demontiert werden kann.

Ist es eine Folge der Gier von Akteuren in dieser Gesellschaft? Oder hat es damit zu tun, dass die Reproduktion des Kapitals über die Lohnarbeit in den westlichen Ländern an eine Grenze stösst und nur noch dort eine gegenläufige Entwicklung hat, wie z.B in China, wo Arbeitskraft noch gegen Produktivkraft eingesetzt werden kann?


LG Troptard



altautonomer hat gesagt…

Hallo Troptard! Wenn es Dir ein Bedürfnis ist, über das Thema Kapitalismus, Abbau des Sozialstaates, Grenzen der Produktivität des Faktors Arbeitskraft (sie war schon immer eine profitfeidliche Komponente) etc. zu diskutieren, dann schreib doch einen Gastbeitrag. Jetzt kommen die kurzen trüben Herbsttage, da hätte man doch schon etwas Muße dazu.

LG altauto

Troptard hat gesagt…

@ altautonomer,

"Jetzt kommen die grauen kurzen Herbsttage, da hätte man doch...".
Das denke ich auch immer, dass die bald mal kommen. Ist allerdings nur eine Erinnerung an Norddeutschland. Alles hinter Hannover, habe ich bereits ab September als herbstlich und kalt empfunden und so manchen Sommer hatte ich in Oldenburg (Old) im Juli bereits die Heizung an.

Hier keine Chance! Temperaturen jetzt wie im Hochsommer in Norddeutschland und bis Ende November wohl keine Heizaktionen in Sicht.

Herbstliches Wetter wäre aber ohnehin kein Grund für mich , Gastkommentare zu schreiben. Ich beschäftige mich wieder intensiv mit dem, was mir innerlich Befriedigung verschafft und was ich schon als junger Schüler und Schlüsselkind praktiziert habe, zeichnen und malen. Und damit kann ich mich Stunden beschäftigen und der HB-Bleistift ist immer wieder mein bester Freund.

Habe auch deshalb wieder damit begonnen, weil ich festgestellt habe, dass mir dieses Kommentieren auf linken Blogs schon ziemlich lange nicht mehr zuträglich ist.
Mehr nicht von mir dazu und einen freundschaftlichen Gruss.